Tipico-Anwalt Ronald Reichert bewertete die Entscheidung des BGH als großen Erfolg.
| Argument für Monopol (von Mitgliedsstaaten) | Argument gegen Monopol (von Anbietern wie Tipico) | EuGH-Abwägung (Tendenz) | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| Bekämpfung von Spielsucht | Monopol ist nicht effektiver als regulierter Wettbewerb | Monopol muss seine Wirksamkeit nachweisen | Monopol allein kein ausreichender Grund |
| Verhinderung von Betrug | Lizenzierte private Anbieter unterliegen strenger Aufsicht | Beide Modelle können Betrug verhindern | Kein zwingendes Argument für Monopol |
| Kanalsierung der Nachfrage auf legales Angebot | Monopol kanalisiert nicht, da schwarzer Markt attraktiv bleibt | Wettbewerb kann bessere Kanalsierung bewirken | Marktöffnung fördert Kanalsierung |
Er habe für einen strafrechtlichen Fall schon klar entschieden, dass das Fehlen einer deutschen
- Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat mehrfach über die Zulässigkeit nationaler Glücksspielmonopole geurteilt.
- Die EuGH-Rechtsprechung betont den Grundsatz des freien Dienstleistungsverkehrs innerhalb der EU.
- Nationale Beschränkungen müssen verhältnismäßig sein und zwingende Gründe des Allgemeininteresses verfolgen.
- Die Rechtsprechung beeinflusst die Regulierung von Sportwettenanbietern wie Tipico in EU-Mitgliedstaaten.
- Urteile wie "Markus Stoß" oder "Engelmann" sind für die Wettbranche richtungsweisend.
- Lizenzvergabe an private Anbieter darf nicht diskriminierend oder willkürlich sein.
Konzession aufgrund eines intransparenten Vergabeprozesses den in
- Die EuGH-Rechtsprechung betrifft auch steuerliche Aspekte von Sportwetten.
- Diskriminierende Steuern für ausländische Anbieter sind unzulässig.
- Tipico kann vor nationalen Gerichten gegen ungerechtfertigte Steuerlasten vorgehen.
- Die Rechtssicherheit für Unternehmen im Binnenmarkt wird dadurch erhöht.
- Steuereinnahmen aus regulierten Märkten sind ein wichtiges Argument für die Liberalisierung.
der EU lizenzierten Anbietern nicht entgegengehalten werden dürfe.
Gibt es 3.700 verzockte Euro zurück?
Der Knackpunkt ist allerdings, dass es in dem Experimentierzeitraum in Deutschland kein legales Verfahren für die Erteilung solcher Erlaubnisse gab. In einem anderen Fall hatte der EuGH darum bereits vor einigen Jahren entschieden, dass gegen Wettanbieter keine strafrechtlichen Sanktionen verhängt werden dürfen. Darum geht es in dem aktuellen Streit allerdings nicht, sondern um zivilrechtliche Ansprüche. Der BGH will nun vom EuGH wissen, ob Verträge zwischen Spielern und Anbietern als nichtig angesehen werden dürfen, wenn die deutsche Konzession fehlte. Die Karlsruher Richter entscheiden in dem Fall, wenn der EuGH die Fragen beantwortet hat. »Wir sind sehr zuversichtlich, dass der EuGH dies auch im konkreten Fall so bestätigen wird.«
Zweifelhafte Milliardenausschüttung
Dementsprechend können die Spieler ihre Verluste aus verbotenen Online-Sportwetten zurückverlangen. „Wir sehen unsere Position, dass Spieler ihre Verluste zurückfordern können, wenn der Sportwettenanbieter – ob Tipico oder andere - nicht über die notwendige Lizenz verfügte, gestärkt und blicken einer Entscheidung des EuGH noch zuversichtlicher entgegen“, so Rechtsanwalt Sittner. Der Generalanwalt wird seine Schlussanträge am 11. Dezember 2025 stellen. Mit einem Urteil des EuGH wird dann 2026 gerechnet.
Fazit: 2026 als Jahr der Wahrheit
Das Urteil zu Rückzahlungen bei unerlaubten Sportwetten könnte eine Klagewelle auslösen. Darum warten Juristen und Betroffene gespannt, wie der Bundesgerichtshof (BGH) in einem Verfahren gegen den Wettanbieter Tipico entscheidet. Doch die endgültige Entscheidung ist erst einmal aufgeschoben. Die Richterinnen und Richter in Karlsruhe setzten das Verfahren am Donnerstag aus und legten dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) Fragen vor. In dem Rechtsstreit geht es darum, ob Tipico dem Spieler verlorene Wetteinsätze aus der Zeit vor 2021 erstatten muss.
Was bedeuten die aktuellen Schlussanträge im Tipico-Verfahren am EuGH für mich?
Sobald der BGH grundsätzlich entschieden hat, dürfte sich das auf viele weitere Fälle auswirken: Allein die Berliner Rechtsanwaltskanzlei Goldenstein vertritt nach eigenen Angaben mehr als 4500 Mandanten bei der Rückforderung von Spiel- oder Wettverlusten. Der Rechtsdienstleister Gamesright, der den aktuellen Rechtsstreit finanziert, stellt sich auf Tausende Verfahren in den kommenden Jahren ein. Zwei ähnliche Verfahren, die in Karlsruhe liegen, wurden nun ebenfalls bis zu einer EuGH-Entscheidung ausgesetzt. Im konkreten Fall vor dem BGH machte der Kläger zwischen 2013 und 2018 bei Sportwetten mit und verlor Geld. Seiner Ansicht nach waren die Sportwetten unzulässig und die Wettverträge bet tipico auszahlung dauer paypal unwirksam, weil der Anbieter nicht die erforderliche Erlaubnis der zuständigen deutschen Behörde hatte. Aus Sicht von Gamesright zeigt der Gang nach
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Die Verluste der Spieler zu beziffern, ist eine unserer Kernaufgaben." Der Rechtsanwalt erklärt: "Wir analysieren die Fälle, berechnen die Höhe von Ein- und Auszahlungen, Zinsen und so weiter. Zudem vermitteln wir Kontakt zu bet sportwetten seiten ohne lugas spezialisierten Rechtsanwälten. Die Betroffenen rechtlich zu vertreten, ist allein ihnen überlassen. Im Vordergrund auf der Gegenseite agiert dagegen Ronald Reichert. Er ist der prozessführende Anwalt für Wettanbieter Tipico.
Geldflüsse innerhalb des Konzerns sorgen für Unruhe
Er sieht im Gespräch mit t-online die EuGH-Vorlage als wichtigen Schritt auf dem Weg zu einer umfänglichen Klärung der Rechtslage der Sportwette in Deutschland in der Zeit vor 2021. Geklagt hat ein Mann, der zwischen 2013 und 2018 bei Sportwetten des Anbieters Tipico rund 3.700 Euro verlor. Seiner Ansicht nach waren die Wetten unzulässig, weil das Unternehmen zu dieser Zeit über keine gültige Lizenz von deutschen Behörden verfügte. In den Vorinstanzen hatte die Klage des Spielers keinen Erfolg. Der Bundesgerichtshof deutete aber zuletzt an, dass die damals abgeschlossenen Wetten tatsächlich unwirksam sein könnten.
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Sollte der Europäische Gerichtshof in Luxemburg diese Ansicht bestätigen, könnte es in Deutschland eine Klagewelle geben. Neben Tipico hatten bis 2020 auch zahlreiche andere Wettanbieter in einer rechtlich unklaren Lage Sportwetten angeboten. Diese Nachricht wurde am 25.07.2024 im Programm Deutschlandfunk gesendet. Zum Hintergrund: Nach dem Glücksspielstaatsvertrag waren Online-Glücksspiele in Deutschland bis zum 1. Juli 2021 grundsätzlich verboten. Luxemburg die Komplexität und Bedeutung der rechtlichen Fragen.
- Rechtsstreitigkeiten zwischen Tipico und nationalen Behörden landen oft vor dem EuGH.
- Vorabentscheidungsverfahren nationaler Gerichte klären Auslegungsfragen des EU-Rechts.
- Die Verfahren sind langwierig und haben erhebliche Marktauswirkungen.
- Tipico nutzt EU-Recht, um gegen Lizenzverweigerungen oder Sanktionen vorzugehen.
- Die Rechtsprechung entwickelt den Binnenmarkt für Glücksspiele stetig weiter.
»Wir werden für die Verbraucher weiter kämpfen«, hieß es.
Beide Seiten sehen sich bestätigt
Laut Glücksspielstaatsvertrag von 2012 waren Glücksspiele im Internet grundsätzlich verboten. Für Online-Sportwetten galt aber eine eingeschränkte Ausnahme: Sie durften von den Ländern erlaubt werden, wenn die Anbieter eine Konzession hatten. Tipico mit Sitz in Malta hatte die Konzession in Deutschland beantragt, sie aber damals noch nicht bekommen. Das Verfahren dauerte einige Jahre, die Konzession gab es erst 2020, kurz vor dem neuen Glücksspielstaatsvertrag von 2021. Der Anbieter verfügte allerdings zuvor bereits über eine maltesische Lizenz. Zuletzt hatte das Landgericht Ulm erklärt, Tipico habe zwar gegen Vorschriften des Glücksspielstaatsvertrags
Unsere Quellen:
Für Online-Sportwetten gab es allerdings einen Erlaubnisvorbehalt und die Veranstalter konnten schon früher eine Lizenz in Deutschland beantragen. Da aber das Vergabeverfahren unionsrechtswidrig durchgeführt wurde, konnten die Konzessionen zunächst nicht erteilt werden. Daher erhielt auch der Wettanbieter Tipico seine in Deutschland gültige Lizenz erst am 9. Oktober 2020. Der Kläger in dem zugrunde liegenden Fall hatte zwischen 2013 und 2020 über die deutschsprachige Webseite von Tipico an Online-Sportwetten teilgenommen und forderte seine Verluste in Höhe von rund 4.000 Euro zurück, da Tipico im streitgegenständlichen Zeitraum nicht über die erforderliche Lizenz verfügte und die abgeschlossenen Verträge daher nichtig seien.
Die zentrale Frage vor dem EuGH
Das Fall landete schließlich vor dem Bundesgerichtshof. Der BGH machte zwar deutlich, dass er den Rückzahlungsanspruch des Spielers grundsätzlich für gerechtfertigt hält. Da aber auch europäisches Recht betroffen sei, schaltete der BGH den EuGH ein. Dieser soll klären, ob das nationale deutsche Verbot von Online-Glücksspielen mit dem europäischen Grundsatz der Dienstleistungsfreiheit vereinbar ist, auch wenn das bet tipico sportwetten legal Vergabeverfahren zuvor unionsrechtswidrig durchgeführt worden war. ein Vertrag über Online-Sportwetten nichtig ist, wenn der Anbieter nicht über die erforderliche Lizenz in Deutschland verfügte, allerdings eine Konzession beantragt hatte und das Vergabeverfahren unionsrechtswidrig durchgeführt wurde.
Wie ist das behördliche Erlaubnisverfahren abgelaufen?
das nationale Verbot von Online-Glücksspielen in Deutschland gegen die europäische Dienstleistungsfreiheit verstößt, wenn der Veranstalter der Online-Sportwetten eine Konzession beantragt hatte und das Vergabeverfahren unionsrechtswidrig durchgeführt wurde. Am deutlichsten brachte es wohl der Generalanwalt des EuGH mit einer eher rhetorischen Frage auf den Punkt: Wenn ein EU-Mitgliedsstaat den Kokain-Verkauf legalisieren würde, müssten dann die anderen Mitgliedsstaaten den Kokain-Verkauf dulden, nur weil ein Fehler in einem Konzessionsverfahren unterlaufen ist? Zudem ließen auch die Richter am EuGH durch kritische Nachfragen Richtung Tipico durchblicken, dass sie das deutsche Verbot für rechtmäßig halten. Schließlich sei das Verbot bekannt gewesen und dennoch habe Tipico jahrelang ohne die erforderliche Erlaubnis Online-Sportwetten in Deutschland angeboten. Insgesamt zeichnete sich ab, dass der EuGH der Auffassung des BGH folgen wird, dass Online-Sportwetten in Deutschland ohne die erforderliche Lizenz verboten waren und sind. in der damals gültigen Fassung von 2012 verstoßen, die Wettverträge seien aber dennoch wirksam.
Sie sind selbst betroffen?
Bitte beachten Sie, dass Streitigkeiten, die in ursächlichem Zusammenhang mit Spiel- oder Wettverträgen sowie Termin-, Options- oder vergleichbaren Spekulationsgeschäften und Gewinnversprechen stehen, nicht vom Rechtsschutz umfasst sind. Mit ihrer journalistischen Erfahrung recherchiert sie interessante Rechtsthemen für meinrecht.de – und beantwortet diese mit ihrem Wissen als Anwältin. Vor dem Europäischen Gerichtshof wird ab Mittwoch geklärt, ob Sportwetten in Deutschland über Jahre illegal waren. Spieler fordern von Anbietern bereits in großem Maße ihre Einsätze zurück. Die Sportwetten-Branche blickt an diesem Mittwoch nach Luxemburg.
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Am dort ansässigen Europäischen Gerichtshof (EuGH) beginnt der Prozess in Form einer mündlichen Verhandlung zwischen dem Prozessfinanzierer Gamesright, der die Glücksspieler-Seite vertritt, und Wettanbieter Tipico. Er dient als Musterprozess für die gesamte Online-Sportwetten-Industrie. Alles dreht sich um die Frage: Fehlte den Anbietern über mehrere Jahre die Erlaubnis, Online-Wetten in Deutschland anzubieten? Der Hintergrund: Zahlreiche Sportwetten-Anbieter wie Tipico, Betano oder bwin haben hierzulande zwischen 2013 und 2021 ohne eine deutsche Lizenz agiert. Das Problem dabei: Von den deutschen Behörden wurden keine Lizenzen vergeben, die die Anbieter hätten beantragen können.
I: Grundsätzlich ist deutsche Erlaubnis erforderlich
Das änderte sich erst mit dem neuen Glücksspielstaatsvertrag von 2021. Mithilfe von Prozessfinanzierern wie dem auf Sportwetten-Verluste spezialisierten Legal-Tech Unternehmen Gamesright pochen daher Tausende Spieler nun darauf, dass die geschlossenen Verträge zwischen Anbieter und Spieler aus jener Zeit vor 2021 nichtig waren und sie dementsprechend ihre Einsätze zurückfordern. Die Anbieter ihrerseits berufen sich auf geltendes Europarecht, wonach ihre Geschäfte trotz fehlender nationaler Konzession erlaubt waren. Wer in der Sache Recht bekommt, beantwortet nun abschließend der EuGH. Zur genauen Rolle seines Unternehmens im Prozess gegen Tipico sagt Hannes Beuck, Mitgründer von Gamesright, t-online: "Wir sind die Anlaufstelle für alle Betroffenen. Anfang April hatte sich angedeutet, dass der BGH eventuell anderer Meinung sein könnte.
- Werbebeschränkungen für Glücksspiele werden vom EuGH streng geprüft.
- Absolute Werbeverbote gelten meist als unverhältnismäßig.
- Tipico muss sich an länderspezifische Werberichtlinien halten, die im Einklang mit EU-Recht stehen.
- Zielgerichtete, verantwortungsvolle Werbung ist unter Auflagen oft zulässig.
- Sponsoring von Sportvereinen oder -events ist ein häufiger Streitpunkt.
- Trainerwechsel während der Saison
- Wettanbieter mit deutscher Lizenz
- Wetten ohne Einzahlung
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